Christen und christliche Familie – scheitern und für einander einstehen

Gestern habe ich über Familie geschrieben und was Familie ausmacht. Darüber hinaus gibt es noch eine andere Art von Familie. Schauen wir in das Leben von Christen, dann gibt es dort neben der eigenen Familie zusätzlich noch die Zugehörigkeit zur Familie Gottes. Das zeigt sich, wenn Christen miteinander eine Gemeinschaft (oft Kirche genannt) bilden.

Auch hier sind die Strukturen wie in einer Familie, es gibt Freude und Ärger. Nur ist die Erwartungshaltung irgendwie eine andere. Während es für uns alle klar ist, dass in einer Familie nicht immer alles rund läuft, ist genau das bei der Familie der Christen der Fall.

Streit, unterschiedliche Meinungen, etc., das alles erwarten wir von einer Familie der Christen nicht. Geschieht das trotzdem, reiben wir uns ganz erstaunt die Augen, schütteln den Kopf und … gehen.

Ich weiß nicht wirklich, warum in unser aller Köpfen so eine hohe Erwartungshaltung in Bezug auf Christen und ihre Mitchristen vorhanden ist. Weil wir alle Menschen sind, ist ein Scheitern doch vorprogrammiert.

In meinen Augen ist es auch nicht schlimm, wenn es Ärger gibt. Schlimm ist, wenn der Prozess der Familie ausmacht danach unterbleibt. Familie aus Christen heißt nicht eine heile Welt zu spielen. Leben Christen als Familie, dann wird dies sichtbar, wenn sich Christen wie Menschen verhalten und für einander einstehen.

Christen die für einander einstehen, akzeptieren nicht unbedingt alles was der andere sagt, macht oder tut. Christen die im miteinander Familie sehen, kämpfen trotzdem für einander, eben weil er Familie ist.  

Was ist eigentlich Familie?

Eine Familie ist eine Lebensgemeinschaft aus mehreren Personen, die miteinander eine engere Verwandtschaftsgruppe bilden. Familie ist ein Ort, der schon da war, bevor wir geboren wurden. Wir wurden in unsere Familie hineingeboren und konnten uns keine aussuchen.

Selbst wenn wir unsere Familie leugnen oder tauschen, bleiben unsichtbare Fäden in die eigene Familie bestehen. Familie lässt sich nicht einfach tauschen. Auch wenn ich eine neue wähle, die alte Familie kann ich nicht abwählen.

Familie ist ein Ort in dem gelegentlich (heftig) gestritten wird. Man ärgert sich über ein anderes Familienmitglied. Manches ist einfach und manchmal scheint alles schrecklich kompliziert. Doch es gibt etwas, das Familie ausmacht, wie keine andere Bindung auf dieser Erde. Läuft etwas nicht rund, geht etwas aus dem Ruder, braucht ein Familienmitglied Hilfe, dann sind die anderen Mitglieder einer Familie da und helfen.

Deshalb ist Familie weniger daran zu erkennen, wie der genetische Fingerabdruck oder die selbstgewählte Lebensgemeinschaft ist. Familie zeigt sich in den Krisenzeiten des Lebens. Sind die Mitglieder einer Familie füreinander da und helfen einander, dann ist das Familie. 

Langlauf und blind oder geht doch!

Der Wind kam uns heftig entgegen über das Hochplateu. Das sorgte für einen gesenkten Kopf, damit der Wind nicht direkt ins Gesicht fährt, sondern an der Mütze abgelenkt wird. So entdeckte ich sie erst als ich kurz hinter ihr war. Vor uns in der Loipe fuhr eine Frau mit einem Überzug über ihrer Jacke. Sie fuhr nicht langsamer als mancher um sie herum mit stetiger Geschwindigkeit. Es wirkte routiniert und völlig entspannt. Auf ihrem Überzug waren drei große schwarze Punkte zu sehen mit der Überschrift blind.

So etwas hatte ich noch nicht gesehen. Ich war begeistert und wir sprachen sie an. Im Gespräch stellte sich heraus, dass die Frau bereits 16 Jahre Langlauf fährt.

Welcher Mut! Kein Tasten hilft, keine Orientierung als nur die gespurte Loipe die etwas Halt gibt. Ob ich diesen Mut hätte?

Für mich wurde diese Frau zu einem Symbol für die Möglichkeiten, die das Leben bietet. Geht doch! Oft lassen wir uns vom Leben einschüchtern und sagen: geht nicht. Wir geben auf und lassen einen Plan einfach fallen. Doch hier trafen wir eine Frau, die nicht sagte: geht nicht. Sie war bereit für ihren Traum zu kämpfen. Mitten in der Loipe ist sie der Beweis: es geht doch!

Deshalb lass dich nicht unterkriegen, wenn es scheinbar nicht geht. Kämpfe für deinen Traum und lass den Plan nicht einfach fallen. Du wirst sehen: es geht, vielleicht etwas anders, aber es geht!

Gegen Burnout – Erholung und Entspannug

Gestern hat Tobi einen langen Blog zum Thema Burnout geschrieben. Um Burnout zu vermeiden, sind wir ein langes Wochenende im Off. Wir tanken unsere Batterien neu auf, mit viel Schlaf und Bewegung.

Während schlafen für Erholung und Entspannung sorgt, erinnert uns unsere Bewegung daran, dass wir Muskeln haben und diese viel zu wenig benutzen.

Deshalb begeben wir uns jetzt wieder an die frische Luft, in den Schnee, und vielleicht starten wir ja mit einer Schneeballschlacht.

Wir wünschen dir auch ein schönes und erholsames Wochenende mit viel Schlaf und Bewegung zum Auftanken.

 

Ist Burnout eine Modeerscheinung?

Heute gibt es Gastbeitrag von Tobias. Vielen Dank an dich!

In den letzten Monaten wird das Thema Burnout in den Medien immer wieder diskutiert. Der Stern titelte am 29.09.2011 „Total erschöpft – Wie dem Fußball-Trainer Ralf Ragnik geht es Millionen Frauen und Männern in Deutschland: Sie sind ausgebrannt – So erkennen Sie die Alarmzeichen und beugen rechtzeitig vor“. In seinem Leitartikel schildert der Stern recht detailliert Beispiele mehrerer Betroffener und geht wie ich finde recht erfolgreich auf die Suche nach den jeweiligen Ursachen für den Burnout.

Am 28.11.2011 liest sich der Titel des Focus ein wenig kritischer. „Die große Gefahr der falschen Therapie – Was ist Burnout? Was sind Depressionen?“ titelte das Blatt

und zitierte neben anderen Fachleuten den Ärtztlichen Direktor einer Klinik am Chiemsee mit den Worten: „Wenn man objektiv diagnostiziert, haben mehr als die Hälfte dieser Menschen eine depressive Störung.“ (Focus 48/11, Seite 81) In dem Artikel heißt es weiter, die übrigen litten unter Schlafstörungen, Angststörungen, Anpassungsstörungen oder anderen seelischen Problemen, die sich körperlich zeigen würden. Man würde die Diagnose Burnout mitunter stellen, weil sie im Gegensatz zu Diagnosen wie Depression oder Angstörung gesellschaftsfähig sei – so würden sich Betroffene bereitwillig(er) in Behandlung begeben.
In diesem Focus-Artikel sind kritische Untertöne unüberhörbar. Es bestehe die Gefahr, dass Depressionen nicht erkannt werden und der Hausarzt „im täglichen Medizinbetrieb“ die falsche Diagnose stelle, die zu falschen Behandlungen und Ratschlägen führe. So ist Ruhe, in den Urlaub fahren oder einfach mal ausschlafen eben nicht das Mittel der Wahl, um bei einer wirklichen Depression wieder auf die Beine zu kommen.

Der Spiegel vom 06.02.2012 greift mit dem Titelthema „Die gestresste Seele – Was ist noch Erschöpfung? Was ist schon Krankheit?“ diese kritischen Töne auf und konkretisiert sie.
An der erschreckenden Geschichte des heute gerne diagnostizierten ADHS zeigt der Spiegel die Gefahren auf, die sich hinter unpräzise formulierten Diagnosen verbergen können. Schon 1935 forschten Ärzte in den USA mit „zappeligen und unkonzentrierten Grundschülern“ (Spiegel 6/06.02.2012 Seite 127). In den 1960er Jahren war es der US-Amerikanische Psychiater Leon Eisenberg, der derartig auffälligen Kindern Psychopharmaka verabreichte und mit dem Wirkstoff Methylphenidat die gewünschten Erfolge erzielte. Seit 1968 gibt es die Diagnose „hyperkinetische Reaktion des Kindesalters“ – und der Verbrauch von Methylphenidat wächst unaufhaltsam. Waren es 1993 noch 34 Kilogramm des Wirkstoffes, die in Form von Präparaten wie Ritalin in unseren Apotheken umgesetzt wurden, waren es 2011 bereits 1760 Kilogramm. Leon Eisenberg zeigte sich entsetzt über diese Entwicklung. Im letzten Interview vor seinem Tod sagte er 2009: „ADHS ist ein Paradebeispiel für eine fabrizierte Erkrankung.“ (ebd. Seite 128) Das aber heißt, dass eine Unmenge von Kindern (und Erwachsenen) mit falschen Diagnosen und nicht angemessenen Medikationen durchs Leben gehen.
Eine ähnliche Entwicklung könnte, so der Spiegel, die Diagnose Burnout nehmen. Ich halte ein solches Szenario für gleichermaßen möglich und fatal.

Der Advent-Verlag zitiert auf seiner WebSite in der Rubrik „Adventisten heute Aktuell“ ein idea „Pro und Contra“ zu der Frage „Ist Burn-Out in der Kirche eine Modekrankheit?“ In den beiden dort wiedergegebenen kurzen Statemenst fehlt mir eins ganz deutlich: Die Differenzierung zwischen der häufig ausgesprochenen und damit sicher „in Mode gekommenen“ Diagnose Burnout auf der einen und dem häufig anzutreffenden und damit vielleicht auch „in Mode gekommenen“ Zustand der permanenten Erschöpfung, Überforderung, Frustration und Unfähigkeit, seinen Alltag zu meistern, der zu eben dieser Diagnose führt, auf der anderen Seite. Zwischen beidem sehe ich einen gravierenden, wenn auch eventuell leicht zu übersehenden Unterschied.
Ärzte, Psychologen und Psychiater sind gefordert, fachlich korrekte und eindeutige Formulierungen zu finden, wenn verhindert werden soll, dass Burnout ein ähnliches Eigenleben entwickelt wie ADHS. An dieser Stelle von Modeerscheinungen zu sprechen scheint mir durchaus legitim. Und hier kann und darf die Fachwelt die Verantwortung für die richtigen Formulierungen nicht auf den Patienten abschieben. Vielleicht ist das auch ein Weg, Diagnosen wie Depression oder Angststörung gesellschaftsfähiger zu machen und zu entstigmatisieren.
Betroffene haben das Recht, in ihrem Erleben ernstgenommen zu werden. Einem Betroffenen gegenüber von einer Modekrankheit zu sprechen ist schlicht eine Unverschämtheit. Sicher gibt es Menschen, die auf der Burnout-Welle mitschwimmen – aber die gibt es bei jedem anderen Krankheitsbild auch. Mancher lässt sich beim ersten Hüsteln krankschreiben, manch anderer quält sich noch mit Triefnase und beginnender Lungenentzündung ins Büro oder an die Supermarktkasse. Bei psychischen Erkrankungen gibt es keine OP-Narben, keine Gipse oder Krücken, keine triefenden Nasen und verbrauchten Papiertaschentücher. Um so wichtiger ist es, dass Erkrankte nicht in die Situation gebracht werden, sich für ihre Erkrankung rechtfertigen zu müssen oder für ihr Erleben belächelt zu werden – völlig egal, wie die Fachleute dieses Erleben benennen. Eine Mode, die zu solchen Situationen führt, darf es nicht geben.
Kirche ist ein (gelegentlich zeitverzögerter) Spiegel der Gesellschaft, in der sie stattfindet. Gerade deshalb wäre die Differenzierung dieser beiden Ebenen in besagtem idea-Beitrag wichtig gewesen. Aber wir sind ja alle unterwegs…

Prozesse und Routine

Prozesse ist eigentlich nur ein anderes Wort für Routine. Routine ist das, was unseren Alltag prägt. Damit sind Prozesse und Routine also etwas Gutes. Sie helfen uns unseren Alltag einfach zu halten. Unser Tag gestern war außerhalb unserer Routine. Es gab keinen definierten Prozessablauf. Wir wollten in den Urlaub starten und gleichzeitig hatten wir noch einen Arbeitstag vor uns. Dieser war so angefüllt, dass ich das erste Mal den Blog vergaß. Heute habe wir Urlaub und alles ist wieder Routine. Dieses Mal steht auf dem definierten Prozess “Urlaub”. Wir wünschen dir einen guten Tag, egal ob mit Routine oder außerhalb.

Das gab es noch nicht

Soweit ich mich erinnern kann, ist das in der Chronik von dejongsblog noch nie vorgekommen: Claudia hat ihren Blog vergessen. Sie ist heute für ein verlängertes Wochenende gefahren. Durch den gestörten Ablauf und die fleißige Arbeit auf dem Schreibtisch ist der Blog einfach untergegangen.

Somit möchten wir dich um Nachsicht bitten, es wird eine Ausnahme bleiben. Morgen gibt es in gewohnter Weise wieder einen Blog, etwas früher als heute 🙂

In eigener Sache oder Umgang miteinander

Gestern habe ich einen schönen Blog für heute vorbereitet über ein Zitat von Paulus (in Philipper 4,19). Doch bei meiner Familie fiel der Blog leider als zu sperrig durch. So bleibt der Blog als Entwurf stehen. Mal sehen was daraus wird.

Immer wieder stelle ich fest, dass die eigentliche Herausforderung unsere Sprache ist. Wir nehmen etwas wahr, wir sehen etwas, wir lesen etwas und können doch nicht in der gewünschten Weise ausdrücken, was wir möchten. Wir finden Worte, doch unser Gegenüber hört etwas ganz anderes.

Ich weiß (inzwischen) um die Begrenztheit meiner Sprache, erlebe mein Scheitern und die Glücksmomente, wenn es gelingt. Ich möchte etwas ausdrücken und stelle einige Zeit später fest, dass sich dieses wohl hätte optimieren lassen. Wie damit umgehen?

Bitte Leser, wenn ein Text nicht gut ist oder sperrig, dann habe ein großzügiges Herz und denke einfach: sie hatte einen schlechten Tag. Sieh es mir nach, wenn mein Blog nicht gut war.

Wir alle leben von dieser Großzügigkeit im Umgang miteinander. Wir brauchen sie jeden Tag, denn ohne diese Großzügigkeit würden wir in einer gnadenlosen Welt leben.

Gemeinwohlökonomie – leben und leben lassen

Der heutige Artikel ist ein Gastbeitrag von Marcus:

Gemeinwohlökonomie ist ein Wort, das ich gestern zum ersten Mal in meinem Leben gehört habe. Dabei ist es eine wirklich einleuchtende Sache, und ich wusste nicht einmal, dass ich einen Nachbarn habe, der dies in seinem Betrieb praktiziert. Doch erstmal zur Frage, was Gemeinwohlökonomie eigentlich ist.

Da ich kein Fachmann bin, möchte ich das ganze in meinen eigenen Worten sagen. Es bedeutet, dass man nicht nur wirtschaftet, um möglichst viel Geld zu verdienen. Man wirtschaftet und produziert zum Wohl aller Menschen. Man gibt etwas von dem was man verdient zurück oder verlangt von vornherein weniger. Kürzere Arbeitszeiten, gerechtere Lohnverteilung, Arbeitsweisen die Gesundheit fördern und sowohl der Natur als auch allen anderen dienlich sind. Das ist zumindest das, was ich von der Gemeinwohlökonomie verstanden habe. Entstanden ist diese Idee rund um den Wirtschaftspublizisten Christian Felber in Österreich. Mittlerweile gibt es auch in Deutschland schon einige Unternehmen, die nach dessen Prinzipien arbeiten.

Ein solcher Mensch, der seinen Betrieb nach diesen Regeln führt ist Harro Colshorn. Der studierte Jurist führt einen Bioland Gemüseanbau bei uns daheim um die Ecke (und er hat wirklich leckere Sachen). Er ist einer von drei Betrieben, die vor kurzem im Bayerischen Fernsehen vorgestellt wurden. Unter den anderen Unternehmern befindet sich sogar die Sparda Bank München. Wer meinen Nachbarn kennenlernen möchte , der kann sich den Beitrag dazu ansehen oder diesen Artikel des Bayerischen Rundfunks lesen. Das tolle ist, dass diese Menschen eigentlich etwas umsetzen, was sogar schon in der Bayerischen Verfassung verankert ist. Nur hält sich daran leider kaum jemand.

 Ich finde es wirklich bemerkenswert, wie sich Menschen für eine Welt einsetzen, in der es mehr Gerechtigkeit für alle gibt. Eine Welt, in de Ressourcen besser verteilt werden, und in der Menschen aufeinander achten und dafür sorgen, dass jeder genug zum Leben hat und sich niemand zu Tode arbeiten muss. Eine Welt, in der es mehr gibt als Finanzen und Zahlen.

Ich fühle mich erinnert an die Welt, wie ich mir sicher bin, dass auch Gott sie möchte. Gott gibt diesen Menschen bei der Umsetzung dieser Ziele Erfolg.

Claudias Gedanken über Gott und die Welt

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