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Festgesaugt oder der Traum von einem Staubsauger und natürlich von Vorwerk

http://kobold.vorwerk.com/de/produkte/kobold-140/

Festgesaugt – war das erste was ich dachte, als ich unser neues Wunderwerk in den Händen hielt. Oder besser gesagt, es hatte mich am Boden festgesaugt.

Bereits seit meiner Kindheit kenne ich das Wort Vorwerk. Damals in den tiefsten DDR-Zeiten war mir nicht klar, dass ich auch einmal einen besitzen werde. Damals lag über dem Wort Vorwerk-Staubsauger ein Hauch von Luxus und unerreichbar. Dann kam die Wende und irgendwann gab Mama einen Zuschuss und unterstützte meinen ersten Staubsauger von Vorwerk. Nun sind fast 20 Jahre ins Land gegangen und er ist leider doch alterschwach geworden. Als dann vor Weihnachten ein Vertreter von Vorwerk vor der Tür stand, habe ich mich recht schnell überzeugen lassen.

Gestern nun ist er gekommen und wow! Ich war ja schon vom Alten begeistert, muss aber klar sagen: der Neue ist ja der Hammer von einem Staubsauger. Die Saugkraft zieht den dahinter “Hängenden” mit sich fort. Unser geschundener Teppich im Wohnzimmer hat tatsächlich seine Wollspitzen wieder nach oben bewegen lassen. Auch wenn es viel Geld ist, was so ein Staubsauger kostet, wenn dieser wieder 18 Jahre mit macht, kostet uns der Sauger 32€ pro Jahr.  Ja, mathematisch betrachtet kommt noch die Zinsrechnung dazu.

Meine Oma hatte schon recht. Die Staubsauger von Vorwerk sind einfach gut.

Der kleine Unterschied zwischen den USA und der DDR

In beiden Ländern leb(t)en Menschen ihr Leben und wollten eigentlich nur ein glückliches Leben führen.  Zu meinem Erstaunen stellte ich bereits bei meinem ersten Besuch in den 90ern fest, dass die Amerikaner Schlange stehen lieben.  Ich weiß nicht,  ob es ein Volk gibt,  das dies mit genau der gleichen Begeisterung tut und sich daran erfreut wie sie.  In der DDR war das ähnlich,  auch da standen die Menschen mit Geduld in einer Schlange und warteten.  Manchmal war zu diesem Zeitpunkt noch nicht klar,  was es am Ende zu kaufen gab.  Jetzt in der Winterzeit waren es oft Bananen und Apfelsinen.  Jeder bekam zwei Kilogramm,  mehr war nicht drin.  Okay,  das war ein Unterschied:  In den Staaten konnten die Menschen,  so Geld vorhanden,  genug davon kaufen.  Je nach Region,  in der ein DDR-Bürger lebte,  gab es entweder Erbsen in Dosen oder Kloschüsseln.  Wobei,  Sauerkraut aus dem Spreewald gab es auch in Sachsen.  Dadurch,  dass es aber nicht alles überall gab, entstand ein guter Zusammenhalt.  Mit anderen Worten,  wer viele Menschen kannte und selbst etwas zum Tauschen hatte,  war gut dran.  In der DDR hatte Handwerk wirklich goldenen Boden.  Kreative Handwerker hatten alles,  was in der DDR möglich war.  Davon konnten meine Mama und ich nur träumen.  Als Krankenschwester konnte sie noch so nett und kreativ sein,  es gab halt nichts zu tauschen.  Eine Tafel Schokolade oder die Butter kosteten 2.40 Mark, obwohl ihr Einkommen bei 554 Mark im Monat lag.  Dafür ist es heute noch erstaunlich,  was sie alles aus diesem Geld gemacht hat.  Ich bin der Überzeugung, dass durch Gottes Hilfe das wenige Geld gestreckt wurde.  Er hat sicher oft nachgeholfen. Auch wenn es nicht alles gab,  war es für mich eine schöne Kindheit.  Für diese bin ich meiner Mutter sehr dankbar.

#Deutschland – Gehst du waehlen im September?

Dieses Jahr ist es wieder so weit: In Deutschland ist im September Bundestagswahl. Immer, wenn wir aufgefordert werden zu wählen, denke ich an meine Kindheit zurück. Nein, es war nicht so wie in manchen Ländern der EU (z.B. Belgien, Luxemburg, Griechenland), wo es einen Wahlzwang per Gesetz gibt. Es war viel einfacher und subtiler. Der Inlandsgeheimdienst Stasi hat aufgepasst, dass alle Bürger ihrer Bürgerpflicht nachkommen und wählen. Doch nicht nur das. Es wurde auch registriert, um welche Uhrzeit der Bürger wählen ging. Daraus wurde geschlussfolgert, ob er mit seinem Heimatland zufrieden ist. So kann ich mich daran erinnern, dass meine Mama immer kurz nach 8 Uhr wählen ging. Sie wollte damit keineswegs die Zufriedenheit mit dem System ausdrücken, sondern einfach danach in den Garten gehen.
Ja, die DDR war in manchen Dingen etwas eigenartig. Doch in Bezug auf die eigene Stimme zur Wahl hat sie uns Kindern klar beigebracht, wer nicht wählen geht, der wählt auch. Im Staatsbürgerkunde-Unterricht musste als Beispiel dann immer der kapitalistische Feind, die BRD herhalten. An diesem Beispiel wurde demonstriert, dass es ganz schlecht ist, wenn die Menschen nicht wählen gehen. Die DDR ist schon lange Vergangenheit. Die Aufforderung, sich eine Meinung zu bilden und diese bei einer Wahl auch durch Stimmabgabe auszudrücken, ist mir im Gedächtnis geblieben. Wählen zu gehen ist ein Grundrecht und eine Verpflichtung für mich und für dich. Wir sind Bürger dieses Landes und nur wer wählt kann auch meckern.