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Worship – was ist das?

Gestern Abend waren wir in München zu einem sehr schönen Worship-Abend. Worship ist Anbetung und Lobpreis von YHWH.

Worship ist die englische Bezeichnung für etwas, was in deutsch Lobpreis heißt und im Grunde eine jahrtausendealte Tradition hat. Hintergrund dessen ist der Wunsch und das Bedürfnis, YHWH anzuerkennen und ihm die Ehre zu erweisen.

Worship hat eine Eigendynamik, denn indem wir Menschen YHWH als Gott anerkennen, nehmen wir sein Wirken auf dieser Erde wahr. Diese Wahrnehmung öffnet unser Herz, so dass eine Begegnung mit ihm möglich ist. Worship ist damit beides. Auf der einen Seite geht Beziehung und Anbetung Gottes nie ohne Emotionen und auf der anderen Seite hat Anbetung und Ehre nichts mit Emotionen zu tun, es ist eine Entscheidung unseres Verstandes, dies zu tun.

Während Menschen Gott anbeten, begegnen sie ihm immer. Die Frage ist nur, wie wir mit der Begegnung umgehen.

Worship ist damit viel mehr als Musik und Texte, es ist unsere Einstellung Gott gegenüber. Sowie wir Gott anbeten, ehren und loben, drücken wir aus, was wir über ihn denken und wie wir unsere Beziehung mit ihm sehen.

Denke ich an gestern Abend zurück, war es ein sehr schöner Abend des gemeinsamen Lobes und der Anbetung von YHWH.

Trauer, Ohnmacht und Tränen

Liebe Schwester, gerade habe ich deine Nachricht gelesen. Deine Nachricht ist es die mich dazu drängt dir zu schreiben.

Obwohl wir beide Geschwister sind haben wir uns bis jetzt nicht wirklich persönlich kennen gelernt. Doch über unseren gemeinsamen Bruder Jesus Christus sind wir miteinander verwandt. Aus der Ferne haben wir an deinem Leben und Leiden teilgenommen. Um so mehr hat uns die Nachricht einer erneuten OP betroffen gemacht.

Ich bin stumm, obwohl ich dir Mut machen möchte. Meine Lippen schweigen und nur meine Augen reden. Ich habe keine „frommen“ Texte und Ratschläge für dich, denn du kennst sie alle selbst. Wir wollen dich auf diesem Weg in den Arm nehmen und mit dir weinen. Wir können nicht physikalisch bei dir sein, viele Kilometer trennen unsere Orte voneinander. Aber unsere Herzen sind bei dir.

Wir fühlen unsere Trauer und unsere Ohnmacht. Ja, unser Gott Vater kann alles. Nur habe ich bis heute nicht verstanden, wann dieses real sichtbar wird durch sein Eingreifen. Wir wünschen uns: Ach Herr, nur ein Wort und die Krankheit ist besiegt. Doch es geschieht nicht. Warum nur verzögert Gott sein Eingreifen in unserem Leben? Ich weiß es nicht…

Auch wenn es mir nicht gefällt, fühle ich, dass je älter ich werde um so weniger Antworten habe ich auf die Fragen um mich herum. Ich erlebe unsere Abhängigkeit von ihm, YHWH jeden Tag aufs Neue.

Unsere Schwester, Familie hat die Aufgabe füreinander einzutreten, das wollen wir tun. Darüber hinaus bleibt nur unsere Erfahrung, vertrauen zu dürfen/müssen/können. Wir umarmen dich! 

Die Menschen von Marzahn/Hellersdorf in Berlin

Nach meinem Besuch im Bezirk Marzahn/Hellersdorf bat ich um weitere Unterlagen beim dortigen Bezirksrathaus. Umgehend kam ein dicker Umschlag mit viel Material und Informationen. (Herzlichen Dank!)

Unter dem Titel „im Wandel beständig“ lagen 300 Seiten A4 Bericht zu Marzahn/Hellersdorf vor mir. Es war ein Prügel, der in seiner ständigen Präsenz nicht zu übersehen war. Es hat insgesamt fast ein halbes Jahr gedauert, bis ich beim Fazit in 12 Punkten angekommen war. Um so stolzer bin ich, vermelden zu können: ich habe es komplett gelesen und es hat sich gelohnt.

Die Veröffentlichung „im Wandel beständig“ zum Bezirk Marzahn/Hellersdorf ist ausgewogen und in seiner Vielfalt gelungen. Wer Marzahn und Hellersdorf aus der Ferne kennen lernen will, sollte dies lesen.

Ein Besuch vor Ort lohnt aber (trotzdem) in jedem Fall. Die Menschen, die in Marzahn/Hellersdorf wohnen, tun dies aus Überzeugung. Nicht wegen einer bestimmten Gesinnung oder aus Mangel an Gelegenheit. Sie leben in Marzahn/Hellersdorf, weil es ein freundliches, helles und grünes Quartier ist.

Der Bezirk Marzahn/Hellerdorf ist trotz allem eine Herausforderung für Städteplaner und Behörden. Platte ist für viele halt nicht gerade ein Lockruf. Ich glaube aber, dass darin auch die große Chance liegt. Bezirke mit eingefahrenen Strukturen ohne Herausforderungen tun sich  mit den Veränderungen in der Gesellschaft mitunter schwer. Lese ich von den letzten 20 Jahre Marzahn/Hellersdorf, dann sind sich die Behörden der Herausforderungen im Bezirk sehr wohl bewusst. Lösungen sind nicht einfach, denn fehlerfreie Entscheidungen gibt es nicht. Gerade deshalb ist der Bericht ein positives Zeugnis über die Menschen, die in Marzahn und Hellersdorf leben.

 

 

 

Marzahn/Hellersdorf ist ein Teil von Berlin

Wie in jeder Stadt gibt es auch in Berlin Viertel, die beliebter sind als andere. Marzahn/Hellersdorf als Bezirk gehört eher zu denen, die unbeliebt sind. In der öffentlichen Wahrnehmung existiert der Bezirk faktisch nicht. Erstaunlich, dass in Marzahn/Hellersdorf trotzdem über 200.000 Menschen leben.

Im letzten Jahr war ich das erste Mal in dem Berliner Stadtbezirk mit dem Doppelnamen Marzahn/Hellerdorf. Das Bild der Medien machte es nicht so leicht und einladend, dort vorbei zu schauen. So brauchte ich wohl einige Jahre um meinen Fuß das erste Mal in den Bezirk Marzahn/Hellersdorf zu setzen. Am Ende war es die Neugier und die große Unterschiedlichkeit der Berichte über Marzahn/Hellersdorf, die den Ausschlag für einen Besuch gaben.

Als ich aus der S-Bahn stieg, war ich im Grünen und das obwohl der Doppelbezirk sehr gut erschlossen im Nord Osten von Berlin liegt. Kurz zusammen gefasst ist Marzahn und Hellerdorf lange und hohe Platte umgeben von viel grün. Während ich mir meinen Weg durch die Häuserwürmer suchte, war ich immer wieder erstaunt. Hinter jeder Straßenkreuzung kam etwas Unerwartetes. Das in mir vorgeprägte Bild verschwand sehr schnell, während ich Kilometer um Kilometer durch das Quartier lief.

Ich entdeckte Väter, die mit ihren Kindern Fußball spielen und Pärchen, die gemeinsam in der Sonne lagen. Alles wirkte sehr normal, entspannt und harmonisch. Marzahn/Hellersdorf wirkte auf mich eher wie eine unabsichtlich zu groß geratene Wohnanlage.

Mich hat Marzahn/ Hellersdorf erstaunt und begeistert. Vielleicht genau deshalb, weil das Bild der Medien einen Eindruck vermitteln wollte. Marzahn Hellersdorf ist ein Teil von Berlin. Auch wenn mancher die alten Jugendstilhäuser schicker findet, Marzahn und Hellersdorf gehören zu Berlin. Sie sind nicht nur ein Stück Geschichte, sie sind Gegenwart und sie haben eine Zukunft.  

Ein Geschenk zum Verwenden – die Basisbibel

Letzte Woche habe ich ein sehr schönes Geschenk bekommen. Es sieht toll aus, ist selbsterklärend und lässt sich leicht bedienen: die Basisbibel der Deutschen Bibelgesellschaft.

Vor einigen Jahren entschied die Deutsche Bibelgesellschaft, dass sie eine neue Bibel auf den Markt bringen wollen. Sie sollte für die jetzige Zeit sein und trotzdem nahe am Grundtext. So begann ein herausforderndes Projekt. Die Basisbibel war am Enstehen.

Inzwischen gibt es das Neue Testament und die Psalmen. Die Basisbibel ist auch digital erhältlich, als App für sämtliche mobilen Endgeräte und als Software für den Rechner. Die Basisbibel ist zweispaltig aufgebaut. Innen steht der Text und außen zusätzliche Erklärungen, die das Lesen und Verstehen einfacher machen.

Es gibt Themenseiten und zum schnellen Finden auch ein Farbregister. Besonders gefällt mir aber die Idee mit der Verknüpfung von Papier und Internet. Die Bibelgesellschaft nennt das Crossmedial. So ist die Seitenzahl gleichzeitig eine Internetadresse über die weitere Informationen abrufbar sind.

Mit der Basisbibel ist der Bibelgesellschaft etwas sehr Gutes gelungen. So reihe ich mich ein zu denen, die mit Ungeduld auf die Gesamtausgabe der Basisbibel warten. Meine Empfehlung: Die Basisbibel lohnt sich!

Unser Besuch beim Kabarettisten Josef Hader

Am vergangenen Wochenenende waren wir mit Freunden bei Josef Hader in der Vorstellung.

Josef Hader ist sicher der bekannteste österreichische Kabarettist. Ich kenne einige Programme aus den 90er Jahren. Diese Programme waren gut durchdacht und unterhaltend. Deshalb entschlossen wir uns zum Besuch einer Vorstellung.

Wie bei einer Exek. Summery hier die Zusammenfassung vorn weg: Die Vorstellung war enttäuschend. Haders Zitat: „Delphine werden überschätzt und Kabarettisten auch“ ist eine gute Zusammenfassung für den Abend.

Hader war große Teile des Programms weder witzig noch komisch, geschweige den Kabarettist. Das Programm war eher eine Art schlechte Selbstdarstellung, Pointen haben gefehlt. Man merkte, wie er das Publikum versuchte zum lachen zu bewegen. Die Themen waren klassisch, aber nicht zu Ende gedacht: Frauen, Ausländer und Religion waren die Mitte seiner Zielscheibe. Die letzte halbe Stunde vor der Pause mühte er sich ab, als suche er noch eine bestimmte Reaktion im Publikum.

Nach der Pause wurde das Programm so ermüdend, dass wir als Gruppe weitgehend einschliefen. Dafür waren die Stühle leider etwas unbequem und der Eintritt mit 23 € etwas teuer. Es kam uns vor wie gedehnter Kaugummi, der einfach nicht enden wollte.

Wenn Hader Hader spielt, wer ist dann Hader? Wenn Hader schon immer Hader spielt und Hader ist, dann bleibt nur noch eine weitere Möglichkeit. Wir haben uns verändert und Hader ist stehen geblieben. Das wäre dann doppelt bitter.

Nachruf für einen tollen Schauspieler: Dieter Pfaff ist tot

Gerade habe ich bei Stern die Nachricht gelesen, dass Dieter Pfaff heute im Alter von 65 Jahren  verstorben ist. Es war gelinde gesagt ein Schock für mich. Dieter Pfaff war ein großartiger Schauspieler  – viele kennen ihn als „Der Dicke“ und aus den Anfängen des Tatorts. 

Ich selber liebe den dicken Psychologen und Psychotherapeuten Dr. Maximilian Bloch, der seit 2002 auf sehr einfühlsame Art mit den großen und kleinen Problemen seiner Patienten umzugehen wusste.

Vor allem die oftmals sehr unkonventionellen Behandlungsmethoden machten ihn mir symapthisch, auch wenn dies in der Realität niemals möglich gewesen wäre. Toll zu sehen ist sein Ringen für den Patienten um ihm wirklich helfen zu können.

Im Jahr 2012 ist Dieter Pfaff an Lungenkrebs erkrankt. Er blickte auf eine große schauspielerische Karriere zurück. Schade, dass es nun keine Fortsetzungen von Bloch mehr gibt, es war wirklich jedes Mal ein Erlebnis.

Danke, Dieter Pfaff, für die vielen heiteren und nachdenklichen Momente, die du mir geschenkt hast. 

Manuela D.