Gerade beenden wir einen Kurzbesuch in Wittenberg. Auf dem Weg von Berlin nach Bayern lag es passend am Weg, so fanden wir. Wittenberg früher ja, aber heute? Mit diesen Gedanken begannen wir unseren Weg durch die Stadt [teaserbreak]

Wittenberg war im Spätmittelalter eine pulsierende Stadt der Politik und Wissenschaft. Der sächsische Kurfürst Friedrich der Weise schuf hier in Wittenberg eine Universität ersten Ranges. Hier war es auch Martin Luther, der seine Thesen an die Schlosskirche schlug und damit die Welt verändern sollte.

Wittenberg ist keine große Weltstadt. Die Menschen sind gemütlich, Ruhe liegt bei aller Geschäftigkeit in der Luft. Große Teile der Stadt sind bereits saniert und strahlen im Sonnenlicht um die Wette. Touristenströme aus allen Ländern der Erde kommen in diese kleine Stadt in Sachsen-Anhalt, die vom Ruhm der vergangen Zeit lebt. Eigentlich ist es erstaunlich, dass es der Stadt nicht gelang mit dem Ruhm und der Größe mitzuwachsen. Das, was zu Luthers Zeit eine bedeutende Stadt war, entwickelt sich nicht weiter, sondern blieb gemütlich und der Tradition verwurzelt. Im Grunde ist das wohl auch der Fehler der Verantwortlichen vergangener Zeiten. Machten sie sich doch an dem schuldig, was Luther so sehr kritisierte.

Die Stadtkirche und ihre Orgel

Am Ende eines Ganges durch Wittenberg landeten wir in der Stadtkirche. An ihr sind die Spuren der Vergangenheit noch gut sichtbar. Krieg und Versöhnung prägten diese Kirche und ihre Erscheinung. Wie überall in Wittenberg wird derzeit in großen Stil renoviert. 2017 zum Lutherjahr soll alles perfekt sein und glänzen. Obwohl die Kirche derzeit im Renovierungsfieber steckt, spielte die Kantorin Frau Heike Mross-Lamberti ein kleines Abendkonzert von einer halben Stunde.

Diese halbe Stunde genügte. Die Minuten mit Schuhmann und Bach waren die beste Botschaft über Luther und sein Leben. Wittenberg versucht sich seiner Geschichte zu stellen und das ist wie bei einem Menschen. Manchmal ist es einfach und schön und dann wieder schmerzhaft und unangenehm. Wer sich auf Wittenberg und seine Menschen einlässt, der erlebt eine Stadt abseits der Touristenströme und dann ist es eine Stadt, die lohnenswert ist zu besuchen.

Vielen Danke Frau Mross-Lamberti für diese wunderbare kleine Entführung mitten in der Wittenberger Stadtkirche. Ich wünsche Ihnen und Ihrer Orgel eine wunderbare neue Eröffnung in 2017, wenn alles fertig ist und Orgel und Stadtkirche die Botschaft von Luther (und eigentlich über die Liebe zu den Menschen) in die Welt tragen werden.  

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