http://www.sueddeutsche.d…fnahme-1.952578

Gestern war es die Überraschung des Tages. Das erste Mal ist in Deutschland ein Staatsoberhaupt zurückgetreten und das noch dazu mit sofortiger Wirkung. Doch während die einen noch mit Erstaunen auf die Szene blicken, gibt es bereits die anderen, die schon die Nachfolge regeln wollen.

Der Stein des Rücktrittes begann mit einem Interview vom 22.5.2010,  in dem Horst Köhler folgende Aussage tätigte: …. “Meine Einschätzung ist aber, dass insgesamt wir auf dem Wege sind, doch auch in der Breite der Gesellschaft zu verstehen, dass ein Land unserer Größe mit dieser Außenhandelsorientierung und damit auch Außenhandelsabhängigkeit auch wissen muss, dass im Zweifel, im Notfall auch militärischer Einsatz notwendig ist, um unsere Interessen zu wahren, zum Beispiel freie Handelswege, zum Beispiel ganze regionale Instabilitäten zu verhindern, die mit Sicherheit dann auch auf unsere Chancen zurückschlagen negativ durch Handel, Arbeitsplätze und Einkommen.”

Egal wie pathetisch wir den Inhalt sehen, “Krieg aus wirtschaftlichen Interessen”, so empfinde ich die Diskussion der letzten Tage als völlig daneben. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es in Deutschland noch Menschen gibt, die tatsächlich auf die Idee kommen, dass Krieg jemals eine andere Motivation hatte oder haben wird. Wenn unsere Soldaten irgendwo auf der Welt im Einsatz sind, hat das immer einen Grund. Am Ende der Kette der vielen Gründe, liegen auch immer wirtschaftliche Interessen. Krieg muss sich rechnen, das Prinzip dahinter hat sich bis heute nicht geändert.

Ist es nun falsch etwas zu sagen, was so ist, bloß weil es keiner hören mag? Liegt nicht auch darin die Verantwortung für unser Land begründet? Politiker, die immer nur erzählen, was alle hören wollen, haben wir genug.

Noch ein paar Worte in Richtung schreibende Zunft. Ich kann es nicht beweisen, aber ich ahne, dass diese einen maßgeblichen Anteil an dem Rücktritt von Horst Köhler hat. Von daher ist das was die Medien taten, eigentlich nichts anderes, als das was er beschrieben hat. Krieg (auf eine Person gerichtet) aus wirtschaftlichen Interessen. Mit anderen Worten, keiner sollte im Glashaus mit Steinen werfen, es könnte ihn sonst selbst einmal treffen.



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