http://www.spiegel.de/rei…,691607,00.html

Derzeit wird viel über Oh Eun Sun geschrieben und berichtet. Die Frau, die (angeblich) als Erste alle 14 Achttausender bestieg. Sie arbeitet mit Sauerstoff und ließ sich mit dem Helikopter von Basis- zu Basislager fliegen. Nicht nur das, sie setzte ein Team ein, für den Transport des Gepäcks und für das Anbringen der Fixseile. Alles Dinge, die “richtige” Bergsteiger nicht tun.

Darin liegt wohl auch der große Unterschied. Für Oh Eun Sun galt es einen “Job” zu erledigen und nicht mehr. Ihr Ziel und Auftrag war es die Berge zu besteigen und das zeitlich effektiv, denn das Rennen sollte gewonnen werden. Es ging nicht um eine Begegnung mit dem Berg. Ein Verhaltenskodex an den sich die meisten Bergsteiger halten, spielte für Oh Eun Sun eine untergeordnete Rolle.

Deshalb ist sie in meinen Augen wohl in erster Linie als ein guter Manager ihrer Truppe zu werten. Oh Eun Sun wird eine generalstabsmäßige Planung und Durchführung zugeschrieben. Wenn sie acht Achttausender in 15 Monaten besteigen kann, muss das so sein. Auch wenn sie wie ein Manager ihre Touren plante und durchführte und damit in vielem anders handelte als ihre Kolleginnen, so gilt ihr trotzdem mein Respekt vor dieser Leistung.

Wenn keine ihrer Besteigungen aberkannt wird, geht Oh Eun Sun in die Geschichtsbücher ein als die Frau, die als Erste alle 14 Achttausender bezwang.

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