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Menschen wollen arbeiten, im Normalfall jedenfalls. Arbeit gibt uns Befriedigung und die brauchen wir. Es ist wichtig für uns Menschen, dass wir sehen, was wir tun. Einen großen Teil unseres Selbstwertes leiten wir über unsere Arbeit ab. Nach dem Prinzip: “Ich leiste was, also bin ich was.” Ob der Satz unbedingt gut und richtig ist, sei dahingestellt, trotzdem hat er einen wahren Kern. In uns Deutschen steckt dieser Satz jedenfalls in ganz tiefer Weise.

Dazu gehört allerdings auch, dass Menschen für ihre Arbeit eine Gegenleistung in der Regel in Form von Geld erhalten. So sollte es zumindest sein. Manchmal frage ich mich, wie das gehen soll. Da gibt es Salat für 40 Cent zu kaufen. Wenn ich so etwas sehe frage ich mich, ob damit der Salat überhaupt produzierbar ist. Die Argumentation: Kunden würden nicht mehr bezahlen, halte ich für scheinheilig. Aus der Diskussion über den Milchpreis ist mir sehr wohl die Bereitschaft der Verbraucher, mehr zu bezahlen, in Erinnerung geblieben.

Doch am allerbesten sind die, die mit dem frommen Schein der Gemeinnützigkeit die Mitarbeiter jahrelang ausbeuten. Menschen anstellen und ihre Leistung in Anspruch nehmen, das geht leicht. Doch was sind mir diese Menschen und ihre Arbeit wert? Immer wieder kommt es mir so vor, als ob die Verantwortlichen das vergessen. In diesem Vergessen sind sie nicht besser wie Ausbeuter in anderen Teilen der Welt.

Dabei will jeder von uns leben. Wir sollten nur bei allem auf uns selbst schauen, auch mal wieder daran denken, dass der Andere neben mir das auch will. Fang doch mal an, kaufe nicht die billigsten Lebensmittel aus Irland und Spanien, sondern die vom regionalen Bauern.

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