Margot Käßmann ist seit Oktober 2009 die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche Deutschlands. Sie ging ihren Weg in all den Jahren immer zielstrebig voran. Sie wollte dieses Amt mit klaren Konturen füllen und stritt darüber auch mit den Medien.

Jetzt ist Margot Käßmann am Samstagabend mit 1,5 Promille über eine rote Ampel in Hannover gefahren und wurde dabei von der Polizei erwischt. Was auch immer der Grund war, dass sie sich hinter das Steuer ihres Wagens setzte, für sie ist das eine Katastrophe.

Zum einen ist ihr persönliches Ansehen stark geschädigt. Egal, ob Margot Käßmann im Amt bestätigt wird oder das Feld räumen muss, wenn die Menschen sie sehen, werden sie als erstes daran denken. Vieles wird davon abhängen, wie die Medien damit umgehen und auf diese Weise die öffentliche Meinung prägen.

Doch nicht nur das, auch das Amt, das sie begleitet, hat bei den Menschen einen Schaden erlitten. Auch Christen sind nicht unfehlbar, sondern machen Fehler. Trotzdem bleibt ein schaler Beigeschmack übrig, wenn ein hoher Würdenträger der Kirche, die für viele eine moralischen Instanz darstellt, genau so gedankenlos handelt wie andere auch.

Margot Käßmann wird ihren Weg weitergehen und ich wünsche mir und ihrer Kirche, dass sie ihn gemeinsam gehen. Diese Erfahrung sollte uns daran erinnern, dass Christen immer ein Vorbild sind und dies nicht einfach nach “Dienstschluss” an den Haken hängen können.

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