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Orientierung gesucht

Heute morgen habe ich einen interessanten Satz gehört. Autor des Satzes ist der Philosoph Peter Sloterdijk

Seine Aussage ist: Information gibt keine Orientierung. 

Nach seiner These, leben wir in einer Zeit der Orientierungslosigkeit. Alle suchen Orientierung. Doch auf Grund des großen Angebotes der Möglichkeiten, Freiheiten und Chancen, besteht die Gefahr sich zu verlaufen.

Wir fahren in einem Kreisverkehr mit lauter Abbiegemöglichkeiten, doch wir nehmen keine und bleiben im Kreisverkehr. Sloterdijk führt aus, dass die Information selbst keine Orientierung gibt. 

Wenn wir aber im Informationszeitalter leben, so bleibt die Frage im Raum wie wir beides zusammen bekommen.

Bitte einmal abbiegen.

“Gott ist tot” – oder doch nicht?

Heute morgen habe ich etwas getwittert und dabei an einer Twitterwall zum Hashtag #Gott eine Aussage von Nietzsche gefunden. Die Aussage war “Gott ist tot”. Ich muss gestehen, in dem Moment hat es mich kalt getroffen. Über Nietzsche selbst will und kann ich nicht philosophieren. Der Satz aber hatte etwas Gutes.  Er hat meine Aufmerksamkeit gefesselt und mich zum Nachdenken angeregt. Als ich so nachdachte,  fielen mir die kleinen Kinder in der Nachbarschaft ein. Neulich spielten sie Verstecken. Ein kleines Mädchen lief nicht los,  suchte kein Versteck, sondern blieb einfach stehen und hielt sich die Augen zu. Auf die Frage, warum sie das tue, war die Antwort:  “So sieht mich keiner, denn ich sehe den anderen auch nicht.”

So verfahren wir Menschen auch mit Gott. Bloß weil ich mit Gott nichts zu tun haben will, gibt es ihn aber trotzdem.  Es gibt vieles zwischen Himmel und Erde was nicht erklärbar ist.  So z. B. die Fußreflexzonenmassage. Es gibt dazu viele Erklärungsansätze, warum es funktionieren soll, aber warum es wirklich funktioniert, ist bis heute unbeantwortet.

Im Grunde genommen ist der Denkansatz von uns Menschen doch arrogant. Wie komme ich nur dazu, dass ich vieles, was mir nicht passt, für nicht existent erkläre? Vielleicht ist es ein Zeichen von Hilflosigkeit und Überforderung. Denn in Krisenzeiten verschließen wir gerne die Augen, nach dem gleichen Prinzip wie es das kleine Mädchen tat.

Dabei ist es schade, denn jeder, der mit Gott so umgeht, beraubt sich selbst etwas ganz Wunderbarem. Dieser Gott will Gemeinschaft mit jedem von uns haben, denn in seinen Augen ist jeder Mensch etwas ganz Wertvolles. Ein Stern, ein Prinz, eine Prinzessin. Er will, dass wir in Freiheit und ohne Zwänge leben.

Wie wäre wohl das Leben von Nietzsche verlaufen, wenn er dieses Geschenk angenommen hätte?