unser Blog, die Zeit und das Vergessen
By claudia am Juni 16th, 2009
In mitleben
Gestern ist es passiert! Ein normaler Blog-Werdegang ist, dass ich ihn meistens am Abend vorher schreibe und am Morgen dann live schalte. Es ist zwar nicht immer so, aber meistens. Das gibt uns Gelassenheit morgens, da wir oft zur frühen Morgenzeit bereits unterwegs sind. Soweit so gut. Gestern nun, als es um die Greifvögel ging, sind wir bereits um 4 Uhr morgens aufgestanden, weil mein Flieger kurz nach 7.00 Uhr abflog. Um diese Uhrzeit haben wir beide noch nicht an unseren Blog gedacht, sondern haben uns nur in Bezug auf die frühe Uhrzeit bedauert. So bin ich nach HH geflogen in der festen Gewissheit, dass Alex ihn später hochstellt. Er hat wohl so ähnlich von mir gedacht. Als wir uns dann beide gestern Abend wieder zu Hause trafen, fragte er mich ob ich den Blog schon hochgestellt hätte. Nein, ich hatte es vergessen und er auch.
Für uns beide waren es gestern komplette Meetingtage. Wir begannen früh und reihten die Besprechungen wie an einer Perlenkette auf. Das hat alle Ressourcen in unseren Köpfen aufgebraucht.
An alle die, die am Morgen bereits gewartet haben, sorry.
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1 Kommentar
eigentlich müsste der Kommentar zum nachträglich eingestellten Blog über die Greifvögel ja hier stehen. Denn es geht um Zeit, Planung usw.!
Du planst und kannst perfekt mit Zeit umgehen! Ich kann das nicht, weil ich so etwas wie ein Zeitgefühl überhaupt nicht besitze. Zum Glück gibt es Outlook! Ich brauche entsprechend sebständige Terminkalender, die mich dann auch zur rechten Zeit an den Termin erinnern, soweit das eben möglich ist. Ich habe dieses fehlende Zeitgefühl immer als Mangel gesehen. Aber gerade jetzt fange ich an zu begreifen, dass es ein Vorteil ist, den heutigen Tag so aus Gottes Hand zu nehmen, wie er ihn eben gestalten möchte. Man lebt gesünder! Weil man nur fünf bis fünfzehn Minuten lang Stress hat unmittelbar vor dem Termin und nicht ein ganzes Jahr lang Dauerstress wegen aller Termine, die man während des ganzen Jahres hat. Was interessiert mich der Dezembertermin im Januar? Meine Mutter sagt immer: "Wer weiß, ob ich dann noch lebe. Woher soll ich wissen, was morgen ist?!" Nun diese Mentalität hat sie mir irgendwie seit meiner Kindheit vermittelt. Aber so richtig erfahren habe ich erst letztes Jahr, was das bedeutet. Ich habe Freitag, den 09. Mai 2008 am Vortag gut voraus geplant und weil ich Urlaub hatte mir einen schönen Mutter-Kind-Tag ausgedacht an dem ich allerlei schöne Dinge mit meinem Sohn unternehmen wollte. Aber dazu kam es dann leider überhaupt gar nicht. Stattdessen fuhr mich der Krankenwagen mogens gegen halb sieben mit Blaulicht ins nächstgelegene Krankenhaus. Nix war's mit meinem tollen volldurchgeplanten Urlaubstag und auch nichts mit dem darauf folgenden Muttertag! "Der morgige Tag hat seine eigene Plage!" Wie wahr!
Als ich dann nach fast drei Wochen wieder aus dem Krankenhaus entlassen wurde und zum Hausarzt ging um eine ensprechende weitere Krankschreibung zu holen, hatte er bereits den Befundbericht und sagte mir, dass ich sehr großes Glück gehabt hätte, dass ich noch lebe. Auch ein anderer Arzt zu dem ich in der Folge musste, sagte: "Sie können froh sein, dass sie noch leben!" Als ich hörte, wie Mediziner das alles beurteilen, fing ich an wirklich zu begreifen, was meine Mutter meinte und was es bedeutet "Heute" zu leben.
Liebe Grüße
Diana