„Wir sind Helden“, das war unser Ausruf, als wir heute bei 17 Grad Außentemperatur in eine stürmische und kalte Nordsee liefen. Zeit sich mal ein paar Gedanken zum Thema Helden zu machen.
Wer will kein Held sein? Ich bin davon überzeugt, dass jeder von uns tief in sich den Wunsch hat einmal ein echter Held zu sein. In unserem Alltag dagegen scheint kein Platz für Helden zu sein. Das Leben um uns herum hat klare Vorstellungen, wie wir unser Leben zu leben haben. Helden haben dort eher selbst Platz. Helden sind sperrig, sind anders. Sie fordern uns, stellen unseren Alltag und das Prinzip dahinter in Frage.
Vielleicht langt es ja, es so wie ein Freund von uns zu machen. Er hat angefangen sich seine Helden auf die Arme tätowieren zu lassen. Zum Glück, möchte ich rufen, hat er dem Projekt eine Pause verpasst. Es sind nach dem Einzug der Ersten auf seiner Haut keine weiteren dazu gekommen und die Liste die er vorher nannte war lang. Wir können auf Helden schauen und Filme von Helden lesen, doch wir bleiben die Gleichen. Schlimmer noch, je mehr wir uns mit den Helden identifizieren umso größer die Schwierigkeiten beim Blick ins eigene Spiegelbild.
Wir sind Helden, wenn wir etwas tun was die Masse nicht tut. In der Regel ist damit die Hilfe und Unterstützung für einen anderen Menschen gemeint. Wir denken an Menschen die bereit sind ihr eigenes Leben für andere Lebewesen aufs Spiel zu setzen.
Ich denke dabei an die Feuerwehrleute in Tianjin, China. Diese Feuerwehrleute stehen bei den Explosionen und dem Brand der Hafenanlagen ganz vorne. Von ihnen sind bereits 21 gestorben. Wie viele werden es noch werden? Ohne ihre Bereitschaft, das eigene Leben einzusetzen, würde die Zahl der Todesopfer noch stärker steigen.
Menschen werden zu Helden, weil es scheinbar die äußeren Umstände sind. Es geschieht etwas und Menschen handeln. Doch ich glaube, dass die äußeren Umstände nur etwas sichtbar machen, was vorher bereits da war.
Menschen überwinden sich und stellen ihre eigenen Bedürfnisse, ihre eigene Sicherheit bewusst zurück. Es ist eine eigene Willensentscheidung. Bei uns in der Regionalzeitung wird immer wieder berichtet, dass ein Mensch einen anderen aus der Isar und damit vorm ertrinken rettete. Diese Menschen die in die kalte Isar springen, könnten auch einfach weiter gehen oder die Polizei rufen oder, oder… Doch nein, sie entscheiden sich und springen.
Spöttisch könnte man meinen, nun dann warten wir mal.
Dem will ich sofort widersprechen. Helden sind wir immer wieder in unserem Alltag. Wir sind Helden, wenn wir um eines anderen Menschen willen und zu seinen Gunsten entscheiden und selbst zurück stecken.
Wir sind Helden, wenn wir uns selbst überwinden und vorwärts gehen. Wir sind Helden, wenn wir Mut haben über eigene Grenzen zu gehen. Wir sind Helden, wenn wir bereit sind die Mauern in unserem Umfeld einzureißen und neue Wege zu gehen.