Das Wort Weihnachten löst ganz erstaunliche und unterschiedliche Reaktionen aus. Die Assoziationen sind manchmal eine Herausforderung für mich, aber sie sorgen auf diese Weise für meine Auseinandersetzung mit Weihnachten.

Ich komme aus dem Erzgebirge, einem sehr armen und deshalb sehr pietistisch geprägten Landstrich. Es gab keine reichen Bauern, das Land war karg und der Bergbau brachte nur einen kragen Lebensunterhalt. Alles das sorgte für eine enge Verbundenheit mit Gott. Als die Menschen anfingen Figuren zu schnitzen und zu verkaufen, war es einfach der Versuch die eigene Not ein klein wenig zu lindern. Fuhren die Bergleute in den Stollen ein, war nicht immer klar ob sie am Abend nach der Schicht wohlbehalten nach Hause kehrten. Um ihre Dankbarkeit für Bewahrung zu zeigen, stellten sie am Abend ein Licht in das Fenster für jeden Bergmann der sicher wieder angekommen war. So wurde auf einfache Art und Weise miteinander kommuniziert.

Die Geburt des Christkindes wurde gefeiert und es war ein besonderer Tag, hatten die Menschen doch sonst keinen Urlaub und freie Zeit war Luxus. Doch die Eltern versuchten ihren Kindern die Besonderheit von Weihnachten nahe zu bringen, also gab es getrocknete Apfelringe, Äpfel und Nüsse. Grüne Zweige verschönerten die Zimmer der Menschen, sie rochen gut und sorgten dadurch für eine gute Stimmung. Im 17. Jahrhundert kamen die Menschen auf die Idee mit dem Weihnachtsbaum. Es sollten halt nicht nur Zweige sein, sondern ein mit Obst und Strohsternen geschmückter Dekoobjekt.  Bei Familien die viel Geld hatten, gab es den Luxus von mundgeblasenen Kugeln und Kerzen. Erst im 18 Jahrhundert zog der Weihnachtsbaum in größerem Stil in die Häuser der Menschen.

Denke ich an die Lauscha‘er Glasbläser, dann war es einfach die Armut dieser Menschen die Ideen wie Kugeln für den Weihnachtsbaum entstehen ließen.

Manchmal kommen Menschen, die diese ganzen Dinge anders interpretieren und ihre eigene Meinung klar und deutlich formulieren. Dadurch können sie Menschen vor den Kopf stoßen, ob gewollt oder unabsichtlich. Wir können zu unserer Geschichte und zu unserem Land stehen oder auch nicht. Es liegt an uns und an unserer Interpretation von Weihnachten.

Für mich ist Weihnachten eine besondere Zeit im Jahr. Es ist eine Zeit in der ich mich meiner Wurzeln erinnere. Denn wie sagt die Bibel: nur wer weiß wo er herkommt und darauf zurück schaut, kann auch nach vorne schauen und von der Vergangenheit lernen. Wir feiern Weihnachten und wir werden es auch weiterhin feiern. Wir feiern, weil Gott zeigte, dass er uns auf dieser Erde nicht vergessen hat. In der Geburt von Jesus Christus bestätigt er seine Liebe zu uns Menschen, denn Ostern gäbe es ohne Jesus Geburt nicht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.