Wie in jeder Stadt gibt es auch in Berlin Viertel, die beliebter sind als andere. Marzahn/Hellersdorf als Bezirk gehört eher zu denen, die unbeliebt sind. In der öffentlichen Wahrnehmung existiert der Bezirk faktisch nicht. Erstaunlich, dass in Marzahn/Hellersdorf trotzdem über 200.000 Menschen leben.

Im letzten Jahr war ich das erste Mal in dem Berliner Stadtbezirk mit dem Doppelnamen Marzahn/Hellerdorf. Das Bild der Medien machte es nicht so leicht und einladend, dort vorbei zu schauen. So brauchte ich wohl einige Jahre um meinen Fuß das erste Mal in den Bezirk Marzahn/Hellersdorf zu setzen. Am Ende war es die Neugier und die große Unterschiedlichkeit der Berichte über Marzahn/Hellersdorf, die den Ausschlag für einen Besuch gaben.

Als ich aus der S-Bahn stieg, war ich im Grünen und das obwohl der Doppelbezirk sehr gut erschlossen im Nord Osten von Berlin liegt. Kurz zusammen gefasst ist Marzahn und Hellerdorf lange und hohe Platte umgeben von viel grün. Während ich mir meinen Weg durch die Häuserwürmer suchte, war ich immer wieder erstaunt. Hinter jeder Straßenkreuzung kam etwas Unerwartetes. Das in mir vorgeprägte Bild verschwand sehr schnell, während ich Kilometer um Kilometer durch das Quartier lief.

Ich entdeckte Väter, die mit ihren Kindern Fußball spielen und Pärchen, die gemeinsam in der Sonne lagen. Alles wirkte sehr normal, entspannt und harmonisch. Marzahn/Hellersdorf wirkte auf mich eher wie eine unabsichtlich zu groß geratene Wohnanlage.

Mich hat Marzahn/ Hellersdorf erstaunt und begeistert. Vielleicht genau deshalb, weil das Bild der Medien einen Eindruck vermitteln wollte. Marzahn Hellersdorf ist ein Teil von Berlin. Auch wenn mancher die alten Jugendstilhäuser schicker findet, Marzahn und Hellersdorf gehören zu Berlin. Sie sind nicht nur ein Stück Geschichte, sie sind Gegenwart und sie haben eine Zukunft.  

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