Es gibt unzählige Informationsmöglichkeiten zum Thema Traumatisierung, Seiten im Internet und auch einschlägige Bücher für Betroffene, Partner und Helfer. Ursachen, Symptome und Hilfsmöglichkeiten sind dort ausführlich beschrieben und diskutiert. Darauf will ich heute hier nicht weiter darauf eingehen.

Es soll heute um eine Kleinigkeit gehen, an der deutlich wird, dass Gott in seinem Konzept an die “Nichtigkeiten” denkt, worüber ich noch immer staunen und schmunzeln muss.

Gott macht heil und das ganzheitlich, etwas, was kein Mensch schafft.

Als Kind hasste ich Nudeln mit all dem kindlichen Eifer, den ich aufbringen konnte. Nudeln waren so ziemlich das einzige, was mein Vater kochen konnte. Entsprechend gab es dieses grauenhafte Essen zweimal pro Woche, immer dann, wenn meine Mutter am Abend arbeiten musste. Zu meinem Vater habe ich ein sehr spezielles Verhältnis und damit ebenso zu diesen ekligen Nudeln.

Inzwischen bin ich dreimal so alt wie zu jener Zeit. Gott hat an mir ein großes Wunder vollbracht. Er hat mich leben lassen und mein Leben auf stabile Füße gestellt. Ebenso hat er behutsam an meinem Essverhalten gearbeitet.

Nudeln sind in meiner neuen Familie das Sabbatessen. Wie soll denn das bitte gehen, wenn ich Nudeln so hasse? In viel Fürsorge hat Gott an meiner Nudelaversion gearbeitet. Nicht nur die Nudeln, sondern auch die damit verbundenen Erinnerungen hat er bearbeitet und geheilt. Inzwischen esse ich am liebsten Spaghetti. Und ich esse sie in dem Maße, als müsste ich die Jahre der Nichtachtung auch noch mit abdecken. Ich sag dir, es gibt wenig, was so lecker ist wie Nudeln.

In dem Sinne: Guten Appetit.

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