Die Zeitschrift BISS, die Verkäufer und das Wechselgeld

Letzte Woche war ich mal wieder in München unterwegs und habe mich dabei an ein Relikt aus der Vergangenheit gehalten. Die Tradition entstand als ich in München wohnte. Bei jedem Besuch in der Innenstadt unterstützte ich die Verkäufer der Zeitschrift BISS mit dem Kauf einer Zeitung. BISS wird verkauft von Bürgern mit sozialen Schwierigkeiten und der Verkäufer bekommt für jedes verkaufte Heft 1,10€ (so steht es auf den aktuellen Heft).

Früher war es den Verkäufern eine Ehre dieses Heft zu verkaufen. Es gab einen Verhaltenscodex und der besagte, dass auf den Cent genau das Wechselgeld zurückgegeben wird. Doch die Zeiten haben sich geändert. Inzwischen ist es anscheinend nicht mehr üblich die Centbeträge wieder rauszugeben. Im ganzen Verhalten wird ausgedrückt, runde doch einfach auf. Es wird so getan, als hätte der Verkäufer kein kleines Geld um rauszugeben. Finanziell ist das auf jeden Fall eine lohnende Sache, von 2,20€ auf 3€ aufzurunden.

Nachdem mir das die letzten Male immer passierte, habe ich nun gestern entschieden mit der Tradition zu brechen und keine BISS mehr zu kaufen. Ich nehme mein Geld nicht weg, sondern arbeite dafür, so wie alle anderen auch. Ich finde die Aktion mit BISS gut und glaube, dass es der richtige Weg ist. Ich mag mich aber nicht mit dem Verkäufer darüber streiten, ob ich nun noch 30 Cent bekomme. Noch will ich ein schlechtes Gewissen hinterher haben, dass ich mein Wechselgeld haben wollte.

Wahrscheinlich ist die Entscheidung falsch und ich sollte mich mit ihnen streiten. Hm, da werde ich wohl doch nochmal nachdenken.

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