Während Alex den frischen Lauch in kleine Taler schnitt, stand ich in der Küche und kümmerte mich um den Knoblauch. Auf dem Programm stand Pasta. Schon aus der Ferne roch ich die Schärfe des Lauches und hörte Alex schniefen. Doch erst als der Lauch den Weg zu mir in den Kochtopf fand, äußerte sich mein Mitleid auch in mittelgroßen Lauchtränen.

Solange nur Alex unter dem Lauch litt, sah ich, dass der Lauch wohl frisch und scharf ist, doch es hatte für mich selbst keine weitere Bedeutung. Als es dann an mir war den Lauch weiter zu versorgen, zog seine Schärfe auch mich in den Bann. Erst da erlebte ich die volle Schärfe selbst. Im Ergebnis fühlte ich plötzlich große Bewunderung mit meinem tapferen Mann.

Im Grunde ist es mit der Sache Glauben das Gleiche. Wir reden immer darüber: “glaube halt einfach.” Wir hören von tollen Geschichten und lesen Erstaunliches. Doch alles das bringt uns selbst dem Glauben nicht näher.

Glauben kommt erst beim selbst erleben. Ohne den Mut, Glauben wie Lauch verwenden zu wollen, bleibt es beim Beobachten. Wie beim Lauch schneiden ist es auch im Glauben, nie hört die Erlebniskurve auf. Obwohl ich schon viel Lauch geschnitten habe, sind die Tränen jedesmal real, eine echte Herausforderung.

So ist auch Glaube. Weil einmal ein Sieg gelang, ist das nächste Mal trotzdem wieder eine persönliche Herausforderung.

PS: Aber es lohnt sich, wie bei unsere Pastasauce auch, sie war megalecker.

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