Magst du das auch, einfach in einem Café sitzen und Menschen an dir vorbei ziehen sehen? Ich finde, dass München dafür besonders geeignet ist. Der Unterhaltungswert ist enorm. In Berlin geht das lange nicht so schön.

So saß ich im Café und schaute zu. Junge und Alte, Kleine und Große, sie alle waren ein Teil meines Programmes. Teilweise elgegant und gut sitzende Kleidung, traf Individualität. Manches war schräg, ob gewollt oder nicht war nicht immer zu erkennen. Ich weiß gar nicht wie es kam. Mein Blick wanderte von der Optik und der Kleidung zur Körperhaltung. Mit einem Mal waren die Menschen, die an mir vorbei gingen doppelt interessant. Es war nicht mehr die Mode, ihre Körpersprache zog mich unwillkürlich in ihren Bann.

Da gab es die Generation der Telefonbenutzer, leicht schräg laufend und Telefon am Ohr. Die iPhone und Co Benutzer, gingen mit gebeugten Kopf und Rücken. Das war aber die Minderheit, die so an mir vorüber gingen. Die Mehrzahl der Menschen ging einfach, stur vor sich auf den Boden schauend, auf den Weg achtend, in Gedanken versunken. Sie gingen einfach mit gebeugtem Kopf. Ihr Körper sprach von Erschöpfung und Frustration, nicht von Selbstbewusstsein und in sich Ruhen.

Ich erinnerte mich an meine Kindheit und Mutter, die mir etwas von der Körperhaltung beim Gehen versuchte beizubringen. Ihr Motto war: immer gerade gehen. Brust raus und Kopf hoch.

Als ich das Café verließ, musste ich unwillkürlich schmunzeln. Irgendwie hatte ich wohl selbst gerade eine Lektion im “gerade Gehen” bekommen.

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