Warum ich Christ bin, heute von Eva aus Rostock, 

Ich hatte das Glück christliche Eltern zu haben. Dennoch gab es Familienerlebnisse, die mich daran hinderten, eine Entscheidung für Gott zu treffen. Als mein Bruder, den ich sehr liebte, seine erste Freundin hatte, bekam ich bis dato mir fremde Gefühle. Ich verlor seine ungeteilte Aufmerksamkeit und noch dazu begann ich ihn und seine Freundin zu hassen. Meine Gedanken gingen seltsame Wege und ich konnte sie nicht stoppen. In dieser Zeit las ich ein Lied vom König David. “Erschaffe in mir ein reines Herz , o Gott; erneuere mich und gib mir Beständigkeit!” (Psalm 51) Ja, das war es. Ich hatte kein reines Herz und konnte es auch nicht reinigen. Also bat ich: Gott, wenn es Dich wirklich gibt, dann will ich das erleben, was der David erlebt hat. Das war mein Start mit Gott.

Gott hat mein Herz verändert und auch meinen Charakter. Ich war ein sehr schüchternes Mädchen, aber das Leben mit Gott hat mich mutig gemacht. Alles lief auf einmal so geölt. Ausbildung, Beruf, Freundeskreis, Ehepartner, Kinder. Doch mein Christsein sollte auf eine große Probe gestellt werden. Mein Mann wurde als Pastor nach Ostdeutschland versetzt. Alles in mir schrie nein, nicht in den Osten. Also habe ich mit Gott im Gebet gerungen. Die Antwort fand ich in Jeremia 31: “Du widerspenstiges Weib.” Nach großen innerlichen Kämpfen sagte ich ja. Wo Du hingehst, will ich auch hingehen. Es wurden harte Jahre des Zerbruchs.
Mein Mann bekam Berufsverbot. Gott versorgte uns mit einem paradiesischen Stück Land und gab uns ein Haus und neue Arbeit. Doch die Verletzung saß tief und zerstörte die Person, die ich liebte. Der Mann, dem ich gefolgt war, liebte inzwischen eine andere Frau. Ich wurde krank: Diagnose MS. Ich lag wie betäubt im Bett, konnte meine rechte Hand nicht mehr bewegen und überlegte, wie bringe ich mich am besten um. Es waren meine Kinder, die den Wunsch nicht zur Tat werden ließen. Also fragte ich Gott erneut, wie soll ich denn jetzt leben. Er sagte, gib mir einen Blankoscheck. Gott ich hatte dir doch vertraut und jetzt willst Du noch einen Blankoscheck. Ich hatte keine große Wahl. Also sagte ich ihm, ok, Du kannst mit mir machen, was Du willst. Daraufhin lehrte Gott mich zu danken, für das, was ich noch hatte.
Langsam ging es aufwärts. Ich lernte die Hand wieder zu bewegen. Ich machte eine Weiterbildung als Webredakteur, bezahlt vom Arbeitsamt. Ich machte ein Praktikum in Berlin bei RadioBrandenburg. Ich fand einen Job im Außendienst für Telemedizin. 24 Jahre lang war ich Mutter, Hausfrau und Pastorenfrau und mit 50% iger Schwerbehinderung besuchte ich nun 6 Jahre lang Ärzte, Kliniken und Apotheken in ganz Norddeutschland. Ich vertrat die Firma auf Messen in Hannover und New York. Inzwischen bin ich geschieden und seit 6 Monaten bin ich berentet.
Ich habe 3 wunderbare Töchter und 2 Schwiegersöhne. Ohne Gott hätte ich aufgegeben. Mit Gott gibt es immer wieder Hoffnung auf ein sinnvolles, glückliches Leben, nicht erst irgendwann.

Und das Schönste ist, mein Leben ist ja noch nicht zu Ende. Gott ist voller Überraschungen. König David ist inzwischen mein bester Freund, schreibt er doch: Vor Leid blieb ich nicht verschont, aber aus allem hast Du mich errettet. Du bringst mich wieder zu Ehren, ja Du schenkst mir größeres Ansehen als zuvor. Jetzt, wo ich grau (:-)) und alt geworden bin, gib mir noch soviel Zeit, dass ich auch meinen Kindern und Enkeln erzählen kann, wie groß und mächtig du bist. (Psalm 71)

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