Gestern waren wir an der Universität in Rostock. Auf dem Parkplatz vor der Bibliothek hat ein kleines Auto gestanden mit einem großen Schriftzug auf der Heckscheibe. Folgendes stand darauf zu lesen: vielen Dank für Nichts.

Da saß ich nun, las und war erstaunt. Wieso für Nichts? War dieses eine ernst gemeinte Aussage eines Studenten oder eine Provokation?

Vielen Dank für Nichts? War das Auto nichts und was ist mit seinem Studienplatz, von seinem Leben mal ganz zu schweigen.

Nachfolgend habe ich immer wieder an diesen Satz denken müssen. Vielen Dank für Nichts. Wie ist es in unserem Leben?

Wer freut sich heute noch über Geschenke, ohne gleich an Gegengeschenke zu denken? Freuen wir uns einfach oder fühlen wir eine Abhängigkeit in uns?

Sind wir bereit uns in unserer Lebensgestaltung von anderen Menschen abhängig zu machen? Wollen wir nicht unser Leben an allen Ecken immer selbst in die Hand nehmen und gestalten?

Sind unsere Beziehungen nicht auch von dem Versuch der eigenen Unabhängigkeit geprägt? Wir wollen unabhängig sein. Das gilt für unsere Mitmenschen und erst recht für unser Verhältnis zu Gott.

Also ist es doch eine logische Konsequenz zu schreiben. Vielen Dank für Nichts.

Schade, gerade unsere Beziehungen und unsere Abhängigkeiten voneinander machen das Leben spannend und schön. Vielen Dank für Nichts, ist deshalb für mich eine Bankrotterklärung an das Leben.

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