Mal ein anderer Blick auf die Ostertage:

Petrus hatte die Wahl, er konnte die Wahrheit sagen oder schweigen. Es war Nacht und sie waren müde. Dann kam der Verrat von Judas, Adrenalin verscheuchte die Müdigkeit. Jesus wurde verhaftet und er verteidigte sich nicht. Warum nicht?

Was war passiert? Ein paar Tage vorher war alles so wunderbar gewesen. Sie waren gefeiert worden. Es sah so aus, als ob ihre Pläne endlich in Erfüllung gehen würden. Ein neues Israel würde erstehen und sie wären ganz oben mit dabei.

Jetzt schien alles am Ende zu sein. Wie konnte Judas nur so etwas tun und Jesus verraten? Warum gab es niemanden, der für Jesus kämpfen wollte und warum nur wollte Jesus selbst auch nicht, dass für ihn gekämpft wurde.

Da saß er nun am Feuer, mitten in der Höhle des Löwen. Er saß da und etwas weiter wurde über das Schicksal seines Freundes und Meisters entschieden. Soweit hatte er sich gewagt. Und nun?

Wie würde es weiter gehen? Obwohl Petrus saß, schwankte der Boden unter seinen Füßen. Und dann kam die Frage an ihn. Er sollte sich bekennen zu genau diesem Jesus. Sein Blick  war auf sich und sein eigenes Leben gerichtet. Er versuchte zu leben und zu überleben und so schwieg er.

Er erinnerte sich. Es war eigentlich eine ähnliche Situation wie damals auf dem See. Er wollte auch auf dem Wasser gehen, zu Jesus gehen. Doch dann schaute er von ihm weg auf die Wellen. Sie waren doch so groß und das Ufer weit. Während er sich damals die Frage stellte, nach dem und nun, war er bereits am Untergehen. Erst als sein Blick wieder auf Jesus fiel, nahm er seine Hilfe wahr und an.

Doch jetzt war Jesus nicht da und er war mit sich und seinem Schweigen alleine. Nein, stimmt nicht, fiel ihm ein. Jesus hatte bereits vorher seine Hand zu ihm gehalten und ihn vorgewarnt.

Tränen rannten über sein Gesicht. Tränen der Reue, Tränen seiner Liebe zu diesem Jesus.

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