Von Don McCullin gibt es einige Fotos, die bekannt sind, obwohl die wenigsten wissen, dass sie von ihm stammen. Andere Fotos wie seine Stilleben sind weniger transportiert worden. In der Ausstellung im C/O Berlin sind nur drei Stück ausgestellt. Doch diese drei sind faszinierende Meisterwerke der Fotografie. In der Komposition erinnern sie an alte Meister und doch sind es Fotos. In diesem Punkt wirken sie auf eine andere Art genau so “unwirklich” auf mich wie die Kriegsbilder oder die Bilder aus England.

Aus dem Libanonkrieg gibt es ein Foto aus Beirut, was Krieg in seinen vielen Facetten beschreibt. Eine tote junge Frau liegt mit ausgebreiteten Armen auf der Straße. Hinter ihr steht eine Gruppe junger Männer. Für sie scheint die Frau nicht dort vor ihnen zu liegen. Sie blicken an der Kamera vorbei auf andere Kämpfer, die der Kamera selbst verborgen bleiben. Einer hat ein Maschinengewehr in der Hand und einer daneben eine Laute. Sie stehen schauen und wirken entspannt mitten im Krieg. Das Bild lässt die Frage offen, ob sie für den Tod der Frau verantwortlich sind. Und doch ist dieses Bild für mich zu einem Inbegriff für die Darstellung von Krieg geworden. Menschen werden getötet und das Leben geht weiter.

Es gibt einen Bildband von Don McCullin mit seinem Namen, in dem viele seiner in Berlin gezeigten Bilder enthalten sind. Erschienen ist er bei www.randomhouse.co.uk. Ich kann ihn nur empfehlen.

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