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Vor zwei Wochen hatte ich ein Gespräch mit einem Pharmagroßhändler. Er erzählte, dass die Anzahl der gefälschten Arzneimittel in Deutschland von Jahr zu Jahr steigt. Weil das ein Problem ist, arbeiten er und seine Mitarbeiter an Konzepten und Wegen, um Manipulationen eines Arzneimittels zu verhindern. Dabei setzt das Unternehmen auf RFID und Barcode Lösungen. Dadurch ist es möglich, den Weg eines Medikamentes vom Hersteller bis zum Verbraucher zu dokumentieren und Manipulationen auf diesem Weg auszuschließen.

Bei Zollkontrollen in allen Mitgliedsländern der EU sind 2008, innerhalb von zwei Monaten, 34 Millionen gefälschte Tabletten sichergestellt worden. Darunter seien alle gängigen Medikamente wie Antibiotika, Krebs- und Schmerzmittel. Das Schlimme ist, dass nur die ganz diletantischen Fälschungen von Endverbrauchern überhaupt erkannt werden können.

Abgesehen vom wirtschaftlichen Schaden, der entsteht, sind die Herstellung und der Handel mit diesen Mitteln versuchter Mord. Im Gegensatz zu Drogen, bei denen die Konsumenten wissen, dass sie sich schädigen, gehen hier die Nutzer davon aus, dass drin ist, was draufsteht. Als Endverbraucher sind wir diesen Kriminellen ausgeliefert. Dabei ist es die Skrupellosigkeit, die Angst macht. Deutschlands oberster Apotheker Heinz-Günther Wolf befürchtet, dass es unentdeckte Todesfälle gibt. Kein Apotheker kann seine Hand dafür ins Feuer legen, dass alle Medikamente, die über seinen Ladentisch gehen, zu 100% Originale und ungepanscht sind.

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